Jahresbericht 2010

Jahresbericht 2010 des HTG-Fachausschusses für Korrosionsfragen
1. Zielsetzung Die Schwerpunkte des Fachausschusses für Korrosionsfragen (FA KOR) der HTG lagen auch im Berichtsjahr 2010 in den verschiedenen Themenfeldern des Korrosionsschutzes und der Bauwerkserhaltung: – Publikationen von Korrosions(schutz)schadensfällen – Bearbeitung des Handbuches „Beschichtungen für den Korrosionsschutz im Stahlwasserbau“ – Durchführung und Mitorganisation von Korrosionsschutzveranstaltungen – Zusammenarbeit mit externen Korrosionsschutzgesellschaften – Meinungsbildung zur Überarbeitung von Regelwerken des Korrosionsschutzes.
2. Arbeitsgruppe Der Arbeitskreis setzt sich unverändert aus elf Mitgliedern und vier Gästen zusammen. Auf Grund der Zusammensetzung kann die Bearbeitung der vorgesehenen Themen auch in der Zukunft weitestgehend selbstständig bearbeitet werden.
3.1 Sitzungen und Ergebnisse Der FA KOR hat im Berichtsjahr zwei Arbeitssitzungen durchgeführt. Die erste Sitzung im April 2010 wurde in Braunschweig beim dortigen Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) durchgeführt. Daran gekoppelt war ein Werksbesuch beim Salzgitterkonzern. Neben der Flachstahlerzeugung hat den Ausschuss vor allem die vollautomatische Bandbeschichtungsanlage interessiert. Eine zweite Sitzung fand in Nürnberg, ebenfalls WSA, statt. Beim Besuch eines renommierten Bauunternehmers und Beschichters in Neumarkt (Fa. Bögl) konnte sich der Ausschuss davon überzeugen, wie perfekt Applikationsarbeiten im Werk durchgeführt werden können - entsprechende Investitionen in der Ausrüstung und hinsichtlich des Arbeitsschutzes voarausgesetzt. Nachdem die Arbeiten zum Handbuch „Kathodischer Korrosionsschutz von Stahl in Wasser“ abgeschlossen worden sind, konnte sich der Ausschuss seiner zweiten Aufgabe - Beschichtungshandbuch - verstärkt widmen. Hier wurden in der zweiten Sitzung die ersten Entwürfe verschiedener Kapitel durchgesprochen. Auf Anfrage des HTG-Ausschusses für Uferbefestigung wurde vom FA KOR eine Ein- bzw. Überarbeitung in der EAU (Abschnitt E35) u.a. mit ergänzenden Graphiken zur Wirkung der Beschichtung hinsichtlich der Standzeitverlängerung vorgenommen und überreicht. Daneben sind die korrosionsbedingten Dickenabnahmen in den Zusammenhang mit der Standsicherheit und Gebrauchstauglichkeit gestellt worden.
3.2 Veranstaltungen und Zusammenarbeit Die 9. Tagung „Korrosionsschutz in der Maritimen Technik“ in Hamburg hat der FA KOR insofern mitgetragen, als für die Tagungsplanung und in Form einer Moderation, Beiträge geliefert wurden [1]. Der Teilnehmerandrang der Veranstaltung im Januar 2010 war sehr gut, wohingegen von den FA KOR-Vertretern die Qualität der Vorträge als befriedigend gewertet worden ist. Die Jahrestagung des Bundesverband Korrosionsschutz (BVK) in Köln im März wurde organisatorisch, wie auch durch drei Vorträge, von Mitgliedern des FA KOR mitgestaltet (s.[2], [3] und [4]). Mitarbeiter des FA KOR wirkten darüber hinaus bei Lehrgängen und Schulungen des Korrosionsschutzes wesentlich mit. Hierzu ist noch zu erwähnen, dass im Ausbildungsbeirat zur ZTV-ING die Richtlinien zum Erwerb des sogenannten KOR-Scheins ausgearbeitet worden sind. Ab Frühjahr 2011 können die ersten Lehrgänge durchgeführt werden. Vier renommierte Institute wurden dafür als geeignet eingestuft. Als Lehrunterlage wurde das Handbuch Korrosionsschutz von Stahlbauten durch Beschichtungssysteme (Herausgeber: BVK und Lackverband) überarbeitet. Bei der Umsetzung einer KKS-Anlage für den Schutz von Stahl in Beton einer Rheinbrücke im süddeutschen Bereich, griff die örtliche Presse dieses Schutzverfahren auf, um es ihren Lesern zu beschreiben (s. Abbildung).
3.3 Ausblick Der FA KOR wird sich im Jahr 2011 zu zwei Arbeitssitzungen treffen, wobei gleich im April eine Gemeinschaftssitzung mit einem dänischen Korrosionsschutzverband vorgesehen ist. Für den HTG-Kongress in Würzburg erhofft man sich einen umfangreichen Eingang von Vorträgen, so dass eine eigene Session Korrosionsschutz durchgeführt werden kann. Ein wichtiges Ziel, die Fertigstellung des Handbuches für den Kathodischen Schutz von Stahlwasserbauwerken, wurde erreicht und das „Handbuch“ in digitaler Form auf der Internetseite der HTG (Fachausschuss für Korrosionsfragen bzw. hier) gestellt. Nun kann der FA KOR das neue Vorhaben (Handbuch für den passiven Korrosionsschutz im Stahlwasserbau) noch zielgerichteter angehen.
4. Veröffentlichungen [1] Beiträge in "Korrosionsschutz in der Maritimen Technik"; Tagungsband, Hamburg, Jan. 2010 (119 Seiten) [2] Pflugfelder, J.: Erfahrungen über Haftverbundstörungen von Korrosionschutzsystemen bei Stahlbrücken (Fachtagung BVK, Köln im März 2010) [3] Hiller, B.: Störungen im Haftverbund bei bewitterten Zwischenbeschichtungen (Fachtagung BVK, Köln im März 2010) [4] Binder, G.: Erfahrungen bei Korrosionsschutzarbeiten an der Eisenbahnhochbrücke Rendsburg (Fachtagung BVK, Köln im März 2010)
Abb. 1: Prinzip einer Fremdstromanlage zum Korrosionsschutz von Stahl in Beton

Karlsruhe, 10. Februar 2011 gez. Dr. Günter Binder 
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